
Amt für Raumentwicklung und Geoinformation
Newsletter Leitungskataster
Neuigkeiten zum Projekt LKSG

Digitaler Leitungskataster des Kantons St.Gallen
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Mit dem Start des Jahres 2025 ist auch das Projekt zum Aufbau des digitalen Leitungskatasters des Kantons St.Gallen (LKSG) in eine entscheidende Phase getreten: Nach Abschluss der Initialisierungsphase starten die Konzeptphase und gleich auch die erste Phase der Realisierung. Deshalb nutzen wir die Gelegenheit, Sie über den Stand der Arbeiten mit diesem Newsletter zu informieren, für den Sie sich vor einiger Zeit angemeldet hatten.
Projekt
Im Kanton St.Gallen bestehen über 500 Leitungsnetze von über- und unterirdischen Leitungen zur Ver- und Entsorgung der Bevölkerung und Wirtschaft mit Wasser, Energie, Kommunikationsdienstleistungen usw. Diese Leitungen werden von den Netzbetreibern unterhalten und in der Regel gut dokumentiert. Leider ist zurzeit die Zugänglichkeit dieser Informationen nur beschränkt gegeben und relativ umständlich. Benötigt jemand Informationen über möglicherweise vorhandene Leitungen in einem bestimmten Gebiet, muss er erst herausfinden, welche Netzbetreiber in diesem Bereich über Leitungen verfügen könnten und wo die Informationen dazu zu beziehen sind, um anschliessend oft diverse unterschiedliche Stellen um Planauskünfte zu ersuchen. Zahlreiche Netzbetreiber stellen ihre Informationen daher bereits heute im Geoportal öffentlich oder beschränkt öffentlich zugänglich bereit. Leider erfolgt das aber bisher weder vollständig noch homogen und flächendeckend.
Hier schafft das e-Government Projekt «Aufbau des digitalen Leitungskatasters des Kantons St.Gallen» von Kanton und Gemeinden Abhilfe. Damit sollen zwei Ziele erreicht werden: Sämtliche Leitungen im Kanton St.Gallen, welche von öffentlichen Netzbetreibern betrieben werden oder welche in öffentlichem Grund verlaufen, sollen einheitlich erfasst und beschränkt öffentlich zugänglich gemacht werden. Zudem werden alle Netzgebiete erfasst und öffentlich publiziert, damit jedermann einfach Zugang zu den Informationen hat, welche Leitungen in einem bestimmten Gebiet zu erwarten sind.
Mit dem kantonalen Geoinformationsgesetz von 2019 hat der Kanton St.Gallen die Grundlagen für den LKSG gelegt und den Auftrag für den Aufbau erteilt. Darin wurde auch die enge Zusammenarbeit von Kanton und Gemeinden im Rahmen von eGovernment St.Gallen vorgegeben. Einige Kantone haben bereits einen kantonalen Leitungskataster in Betrieb oder sind im Aufbau dazu. Andere sind noch nicht so weit. Der Kanton St.Gallen befindet sich diesbezüglich wohl etwa im Mittelfeld.
Leitungskataster Schweiz (LKCH)
Der Bund hat ebenfalls ein Projekt für den Aufbau eines nationalen Leitungskatasters gestartet (LKCH). Dazu müssen aber erst die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden. Deshalb wird die Einführung des LKCH wohl noch einige Jahre mehr benötigen als für das Projekt LKSG vorgesehen sind. Die Projektleitung beobachtet die nationalen Bestrebungen laufend und ist überzeugt, dass mit dem nun gestarteten Projekt LKSG die Anforderungen des späteren nationalen Projektes abgedeckt werden können. Weitergehende Informationen zum Projekt LKCH finden Sie auf der Projekthomepage unter https://www.cadastre.ch/de/leitungskataster-schweiz.
Projektinitialisierung / Projektauftrag
Im Oktober 2022 hat die Departementsleitung des Bau- und Umweltdepartementes des Kantons St.Gallen, Frau Susanne Hartmann, der Abteilung Vermessung des Amtes für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) des Kantons St.Gallen den Auftrag zur Projektinitialisierung und Erstellung einer Studie zum LKSG erteilt. Diese Studie und damit die Projektinitialisierung konnten im Jahr 2024 abgeschlossen werden. Am 27. November 2024 wurde die Studie vom E-Government Kooperationsgremium zustimmend zur Kenntnis genommen und damit der Projektauftrag für die Umsetzung erteilt. Die Studie mit den Eckpunkten zum Projekt und der Projektorganisation ist unter folgendem Link zu finden:
Studie digitaler Leitungskataster im Kanton St.Gallen, Dez. 2024

Ziele und Nutzen LKSG
Mit dem Aufbau des LKSG sollen folgende Ziele erreicht werden.
Vollständige und einheitliche digitale Dokumentation der Leitungen
Der LKSG macht Vorgaben zu Inhalt, Umfang und Qualität der durch die Netzbetreiber zu liefernden Dokumentationen ihrer Leitungsnetze. Dabei umfasst der Leitungskataster nur die wesentlichsten Informationen zu Lage und Ausdehnung, transportiertem Medium und Eigentumsinformationen der Leitungen. Der genaue Informationsumfang des Leitungskatasters muss in der Konzeptphase definiert werden.
Die Netzbetreiber benötigen für den Betrieb viel umfassendere Angaben, welche als Werkinformationen nicht einem breiteren Nutzerkreis zugänglich gemacht werden sollen. Die allermeisten Leitungsbetreiber verwalten diese Werkinformationen bereits heute in einem Geodatensatz und können für den LKSG einen Auszug der benötigten Angaben bereitstellen. Im Rahmen des Projektes werden auch die wenigen übrigen Netzbetreiber ihre Leitungsdokumentationen in der geforderten Form und Qualität erfassen oder überarbeiten müssen, damit alle Leitungsnetze im Kataster einheitlich dokumentiert sind. Dabei ist im Projektverlauf noch zu definieren, inwiefern dies auch private Leitungen im privaten Grund betrifft.
Einheitlicher Zugang zu Leitungsinformationen für berechtigte Nutzer
Die Informationen zu den Leitungen sollen über ein Portal beschränkt öffentlich zugänglich gemacht werden. Da diese Leitungsinformationen zum Teil sensible Objekte betreffen, können diese nicht generell öffentlich zugänglich gemacht werden. Wichtig ist aber, dass Netzbetreiber, Verwaltungsstellen und weitere, genau definierte Nutzerkreise die Daten über einen einheitlichen Zugang (Portal) einsehen und bei Bedarf auch beziehen können. In der Konzeptphase ist zu klären, wer zu diesem Benutzerkreis gehört und wie der Zugang sinnvoll geregelt werden kann.
Öffentlicher Zugang zu Informationen zu Netzgebieten und Leitungsbetreibern
Im Zusammenhang mit der Bestandesaufnahme und den Vorbereitungsarbeiten für den Leitungskataster ist die Erstellung eines Registers der Netzbetreiber geplant. Dies wird mit einer Geoportalkarte kombiniert sein, in welchem die Versorgungsgebiete und Gebiete von Transitkorridoren ersichtlich sind. Damit stehen der Öffentlichkeit zuverlässige Informationen zur Verfügung, in welchen Bereichen mit Leitungen von welchem Betreiber zu rechnen ist. Diese Informationen sind heute nur schwer zugänglich und müssen für eine Planung eines allfälligen Bauprojektes mühsam zusammengesucht werden.
Bereits in der Initialisierungsphase wurde in Zusammenarbeit mit den Gemeinden eine Liste aller bekannter Leitungsnetze im Kanton St.Gallen erarbeitet. Diese ist auf der Projekthomepage des LKSG unter dem Stichwort «Datenbezug Werkleitungsdaten» verfügbar.
Projektorganisation
Das Projekt wird durch eGovSG getragen und finanziert. Die ständige Fachgruppe GDI (Geodateninfrastruktur) verantwortet die Steuerung des Projektes. Ralph Etter, Amtsleiter des AREG übernimmt dabei die Aufgabe des Auftraggebers. Die vierköpfige Projektleitung unter der Leitung des Kantonsgeometers Patrick Fäh umfasst zudem die AREG-Mitarbeitenden Tanja Blum, Thomas Brockmeier und Remo Fröhlich. Die einzelnen Aufgaben werden dabei in Teilprojekten in unterschiedlichen Zusammensetzungen nach Bedarf angegangen.
Wichtige Fragen werden im Fachausschuss LKSG geklärt. Darin sind neben Vertretern von Kanton und Gemeinden auch verschiedene Fachleute vertreten, welche in ihrem Arbeitsalltag mit Leitungsdokumentationen arbeiten. Dies sind insbesondere Vertreter von Netzbetreibern selbst, wie auch Mitarbeitende von Ingenieurbüros, welche für Netzbetreiber die Leitungsdokumentationen führen.

Konzeptphase
Mit Start des Jahres 2025 konnte die Konzeptphase gestartet werden. Bis zum Sommer 2026 sollen dabei alle Fragen geklärt werden, welche für den Aufbau des Katasters von Bedeutung sind. Dies sind insbesondere:
- Stand digitale Leitungsdokumentationen
- Datenmodell für die Einlieferung von LK-Geodaten
- Qualitative Anforderungen Leitungsdokumentationen
- Pfad der Einlieferung der LK-Daten inkl. Qualitätskontrollen
Bestandesaufnahme
Teil der Konzeptphase ist eine detaillierte Bestandesaufnahme aller im Kanton vorhandenen Leitungsnetze. Die Netzbetreiber müssen dazu Angaben zu ihren Leitungsnetzen bereitstellen, insbesondere über den Stand der digitalen Leitungsdokumentation, die Eigentumsverhältnisse, die Nachführungsstelle der Leitungsdokumentation und den Stand der Nachführung. Mit diesen Angaben kann anschliessend der Aufwand und der Ablauf für die Aufarbeitung festgelegt werden.
Realisierungsphase 1
Im Rahmen der Bestandesaufnahme werden auch die Perimeter der Netzgebiete geometrisch erfasst. Dabei wird zwischen zwei Flächen-Arten unterschieden. Einerseits werden die Versorgungsgebiete erfasst, in denen ein Netzbetreiber einen Versorgungsauftrag hat. Dies hilft, künftig auf einfache Weise zu ermitteln, welcher Netzbetreiber für ein bestimmtes Gebiet mit dem Erstellen eines Anschlusses beauftragt werden muss. Andererseits werden die Transitkorridore erfasst, in denen mit Transportleitungen von anderen Netzen zu rechnen ist. Diese Angaben helfen zu beurteilen, welche Netzbetreiber um detaillierte Leitungsinformationen angefragt werden müssen, wenn Grabarbeiten geplant sind.
Die Informationen zu Versorgungsgebieten und Transitkorridoren sollen öffentlich zugänglich sein und bereits frühzeitig einen grossen Nutzen aus dem Projekt generieren. Für den Bereich Elektroversorgung besteht bereits heute im Geoportal eine Karte mit den entsprechenden Versorgungsgebieten.
Im Moment ist geplant, dass die Konzeptphase und die Realisierungsphase 1 bis Mitte 2026 abgeschlossen sind.

Realisierungsphasen 2 und 3
Nach Abschluss der Konzeptphase und der ersten Phase der Realisierung wird mit der Umsetzung der Phase 2 gestartet. In dieser werden die Leitungsnetze mit vereinfachten Qualitätsanforderungen in den LKSG geliefert und stehen im LK-Portal zur Nutzung bereit, im Vordergrund steht die homogene Einlieferung in einem einheitlichen Datenmodell. Erste Daten werden wohl ab dem 4. Quartal 2026 bereitstehen. Bis zum Abschluss der Phase 2 gegen Ende 2028 müssen alle Leitungsnetze flächendeckend bereitgestellt sein und der LKSG geht in den Vollbetrieb über.
Die Phase 3 startet ebenfalls Ende 2026. Darin werden die vorhandenen Daten überarbeitet, um den erhöhten Qualitätsanforderungen zu genügen. Dies umfasst insbesondere die topologisch korrekte Erfassung der Geometrien oder die korrekte Erfassung der Eigentumsverhältnisse. Bis Ende 2030 sollen auch diese Arbeiten abgeschlossen sein. Damit stehen alle Leitungsinformationen in hoher Qualität flächendeckend über den ganzen Kanton zur Nutzung bereit.
Projektkosten
Die Kosten des Projektes umfassen im Wesentlichen die zwei Kostenblöcke «Projektkosten» und «Datenaufarbeitung».
Die Projektkosten von Fr. 600'000.- beinhalten zum grössten Teil den Aufbau der Infrastruktur zur Kontrolle, Verwaltung und Publikation der Daten des Leitungskatasters. Zudem sind Kosten für die Projektorganisation und bei Bedarf eine externe Projektunterstützung darin enthalten. Diese Kosten werden über eGovSG durch den Kanton und die Gemeinden getragen.
Der Grossteil der Kosten des Projektes fällt im Bereich der Datenaufarbeitung an. Hier wird zurzeit mit einem Aufwand von Fr. 7.9 Mio. gerechnet, welcher zum grössten Teil durch die Netzbetreiber getragen werden muss. Darin enthalten sind die erstmalige digitale Erfassung der Leitungsdaten, wo diese nicht bereits vorliegen. Der grössere Aufwand werden aber die Qualitätsverbesserungen und Vereinheitlichungen der Daten sowie der Datenlieferungen umfassen. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Datenlage der Netzbetreiber werden diese Kosten bei den Netzbetreibern wohl auch in ganz unterschiedlicher Höhe ausfallen. eGovSG unterstützt diese Datenaufarbeitungen mit einem Pauschalbeitrag von Total Fr. 1.2 Mio., was etwa 20% der Aufarbeitungskosten deckt. Dieser Beitrag wird bei rechtzeitiger Aufarbeitung im Rahmen der Projekttermine unabhängig der heutigen Datenqualität der Netzdokumentation aufgrund der Netzgrösse auf alle Betreiber verteilt, damit auch bereits getätigte Vorleistungen berücksichtigt werden können.
Der wiederkehrende Betriebsaufwand wird mit ca. Fr. 100’000.- jährlich veranschlagt.
Abhängigkeiten zum Projekt Geodateninfrastruktur St.Gallen GDI-SG
Im Rahmen des Projektes GDI-SG wird das heutige Geoportal durch eine neuen Geodateninfrastruktur des Kantons und der Gemeinden abgelöst. Dieses Projekt läuft unabhängig vom Projekt LKSG, hat aber im Bereich Leitungsinformationen verschiedene Berührungspunkte. So werden bereits heute im Geoportal durch die Netzbetreiber Werkinformationen bereitgestellt, welche im Detaillierungsgrad teilweise über die LK-Informationen hinaus gehen. Im neuen GDI-Portal werden diese Möglichkeiten weiter bestehen. Beim Aufbau der Inhalte des GDI-Portals werden Synergien zum Projekt LKSG genutzt und die Projektleitungen stehen in regem Austausch. Weitere Informationen zum Projekt GDI-SG finden Sie auf der Projekthomepage GDI-SG.
Allgemeine Informationen
Weitere Informationen zum Leitungskataster des Kantons St.Gallen finden sie auf unserer Homepage unter www.geoinformation.sg.ch/lk. Zudem stehen wir Ihnen auch gerne für allfällige Auskünfte bereit. Sie erreichen uns auf folgenden Kanälen:
Thomas Brockmeier Remo Fröhlich
thomas.brockmeier@sg.ch remo.froehlich@sg.ch
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