Längere Trockenperioden mit erheblichen Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt haben wir in den Jahren 2003, 2015, 2018 und 2022 auch in der Ostschweiz erlebt. Solche niederschlagsarmen Zeiten können gemäss Klimaprognosen in Zukunft häufiger auftreten. Diese Seite informiert über die aktuelle hydrologische Situation in den Bächen, Flüssen und im Grundwasser im Kanton St.Gallen.

Informationen zur aktuellen Lage
Allgemeine Lage:
Die Niederschläge im Winter 2024/2025 konzentrierten sich auf wenige Ereignisse und hauptsächlich im Januar. In den ersten drei Monaten ist damit rund 75 % des normal üblichen Niederschlages gefallen. Das Jahresdefizit ist nicht hoch, weil es sich generell um die niederschlagärmsten Monate des Jahres handelt. Das Defizit des gefallenen Schnees liegt bei 100 bis 150 %. Der Pegel des Bodensees und Walensees liegt 30 cm unter dem saisonal üblichen Mittel und damit etwas über dem saisonalen Minimum. Die Abflüsse liegen überall unter dem Mittel im Bereich des Niedrigwassers, was zur Zeit an wenigen Messstationen gemessen wird. Die Grundwasserstände liegen unter dem langjährigen Mittel und mehrheitlich im tiefen Bereich, was zur Zeit an 25 % der Messstationen gemessen wird. Die Abflüsse und Grundwasserstände haben eine sinkende Tendenz. Die Wassertemperaturen liegen um die saisonal üblichen Werte.
Mögliche Entwicklung:
Ein umfangreiches Hoch über der Nordsee verlagert sein Zentrum allmählich nach Südskandinavien und verstärkt sich gleichzeitig. Mit einer starken Bisenströmung wird recht trockene Luft zur Alpennordseite geführt. Am Mittwoch und am Donnerstag schwächt sich das Hoch etwas ab und verschiebt seinen Schwerpunkt zum Norwegischen Meer, bleibt aber für den Alpenraum weiterhin wetterbestimmend. Die Bisenströmung lässt dabei allmählich nach.
Das erwartete Defizit der Schneeschmelze entspricht umgerechnet einer Monatssumme Niederschlag. Das Wasserdefizit liegt demnach bei ca. zwei Monatssummen Niederschlag. Fallender Niederschlag mit geringer Intensität wird im Moment von der Vegetation aufgenommen, welche sich im Austrieb und Wachstum befindet.
Zusammenfassung:
Der Winter 2024/2025 war schneearm und mild. Es liegt ca. die Hälfte der normal üblichen Schneemenge und in tiefen Lagen ist die Schneeschmelze abgeschlossen. Die Böden sind teilweise bis in tiefe Schichten ausgetrocknet. Die Flusswasserstände und Seepegelstände bewegen sich im Bereich des Niedrigwassers. Die Wassertemperaturen liegen im saisonal üblichen Bereich ohne negative Auswirkungen für Wasserlebewesen. Ohne flächendeckende Niederschläge werden die Abflüsse, Seewasserstände und Grundwasserstände weiter sinken.
Die aktuellen Messwerte finden Sie unter: www.hydrodaten.sg.ch
Bulletin zur aktuellen Lage (zur Zeit ist kein Bulletin aktiv)
Das Bulletin informiert über den derzeitigen Stand der Trockenheit im Kanton St.Gallen. Als Datengrundlagen dienen Beobachtungen durch Fachleute von verschiedenen kantonalen Amtsstellen, täglich mehrmals aktualisierte Werte von Wasserständen in Bächen, Flüssen und Grundwasservorkommen sowie meteorologische Parameter wie Daten zu Niederschlag und Temperaturen.
Situation der Trockenheit (Seen, Flüsse und Grundwasser)
Region | Gefahrenstufe |
---|---|
St.Gallen - Rorschach | keine oder geringe Gefahr |
Rheintal | keine oder geringe Gefahr |
Werdenberg | keine oder geringe Gefahr |
Sarganserland | keine oder geringe Gefahr |
Seeztal | keine oder geringe Gefahr |
Linthgebiet | keine oder geringe Gefahr |
Obertoggenburg | keine oder geringe Gefahr |
Untertoggenburg | keine oder geringe Gefahr |
Neckertal | keine oder geringe Gefahr |
Fürstenland | keine oder geringe Gefahr |

Gefahrenstufen nach Bundeseinteilung (Naturgefahren)
Der Bund verwendet bei der Information über Naturgefahren eine fünfteilige Skala. Im Bereich der Trockenheit informiert der Kanton St.Gallen ab der Stufe 2 mit dem Bulletin. In der obigen Tabelle und Karte wird die Stufe 1 angezeigt, wenn eine aktuelle Lagebeurteilung vorliegt.

Einschränkungen Wasserbezug
Bei Trockenheit kann der Wasserbezug aus Gewässern eingeschränkt oder verboten werden. Die Bevölkerung wird über Medienmitteilungen und lokal durch die Gemeindebehörden informiert.
Trinkwasserversorgung
Die Sicherstellung der Trink-, Brauch- und Löschwasserversorgung ist eine wichtige Aufgabe, welche von den politischen Gemeinden oder - in ihrem Auftrag - von Korporationen und Ortsgemeinden wahrgenommen wird. Die Wassergewinnung basiert im Kanton St.Gallen auf lokalen Ressourcen mit lokaler Verteilung des Trinkwassers. So betreibt fast jede Gemeinde im Kanton ihr eigenes Wasserwerk. Die kleinräumige Versorgungsstruktur mit gut 130 öffentlichen Wasserversorgungen in 75 politischen Gemeinden ist historisch und topografisch begründet und hat sich bis heute erhalten und bewährt.
Aufgrund dieser Vielfalt sind generelle Aussagen zur Beurteilung der Lage der Trinkwasserversorgungen während Trockenperioden nicht flächendeckend möglich. Dennoch haben sich die Vertreter der Plattform Wasserversorgung als Ansprechpartner für die nachfolgenden Regionen zur Verfügung gestellt:
Region Zürichsee-Linth: Sekretariat, 055 224 00 40
Region Toggenburg: Sekretariat, 071 932 50 00
Region Neckertal: Vreni Wild, 079 696 64 73
Region Fürstenland: Andreas Gnos, 071 913 00 71
Region St.Gallen: Regionale Wasserversorgung St.Gallen AG / 071 224 59 50
Region Unteres Rheintal: Thomas Giger, 071 722 23 21
Region Werdenberg: Jürg Göldi, 081 755 44 80
Region Sarganserland: Markus Hilbi, 081 725 49 30
Für die Region Oberes Rheintal sind die nachfolgenden Gemeinden direkt zu kontaktieren:
- Marbach: Telefon 071 775 81 91
- Altstätten: Telefon 071 757 77 11
- Eichberg: Telefon 071 757 87 87
- Oberriet: Telefon 071 763 64 64
- Rüthi: Telefon 071 767 77 77
Haben Sie spezifische Fragen...
Weitere Informationen und Merkblätter
- Informationsplattform zur Früherkennung von Trockenheit in der Schweiz neues Fenster
- Informationen zu Hitzewelle und Trockenheit in der Schweiz neues Fenster
- Naturgefahren - aktuelle Situation in der Schweiz neues Fenster
- Themenschwerpunkte des National Centre for Climate Services (NCCS) neues Fenster
- Hydrologischer Atlas der Schweiz neues Fenster
Noch offene Fragen?
Antonella Armirotti
Mitarbeiterin Kommunikation
Generalsekretariat
Lämmlisbrunnenstrasse 54
9001 St.Gallen